Vereinsgeschichte




Die Geschichte unseres über 100 Jahre alten Vereins

Wie es begann

Am 17.Dezember 1903 haben im Cafe NEPTUN, dem heutigen Wienerwaldrestaurant an der Ludwigsbrücke, 25 Schwimmsportanhänger den MSVM gegründet und als Vereinsfarben "Schwarz-Gelb", die Münchner Stadtfarben, gewählt. Der Bekannteste unter den Gründern war wohl Alois Lutz, der spätere Direktor der Städtischen Bäder. Somit begann die Geschichte des Männer-Schwimm-Verein im Müllerschen Volksbades.

Die rege Tätigkeit der Gründer trug zu einer raschen Vergrößerung der Mitgliederzahl bei und auch auf sportlichem Gebiet gab es erste Erfolge, so dass der Männer-Schwimm-Verein in München, in Bayern und bald auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Aus der Anfangszeit sei das erste Stiftungsfest des Vereins im Jahre 1904 erwähnt, zu dem sich außer einer stattlichen Zahl von Zuschauern auch eine Reihe von Ehrengästen einfand, darunter die Herren Reichsrat Ferdinand von Miller, Oskar von Miller (Schöpfer des Deutschen Museums), Stadtschullrat Kerschensteiner und Karl Ritter von Müller, der Stifter des Müllerschen Volksbades.

Zum 5-jährigen Jubiläum im Jahre 1908, das unter anderen Persönlichkeiten wie Prinz Ludwig von Bayern mit seiner Anwesenheit beehrte, stiftete die Münchner Stadtverwaltung zum Wasserballtunier einen Ehrenpreis, den sogenannten "Goldenen Kranz". Um diese Trophäe entspann sich ein doppelter Kampf: Zuerst, wie es sein sollte, im Wasser, dann aber ein betrüblicher am grünen Tisch und in der Presse. Der Männer-Schwimm-Verein wurde Tuniersieger, doch der Verlierer legte Protest ein mit der Begründung, dass bei einem Spiel der Verwalter des Volksbades mitwirkte, der nach Wettkampfbestimmungen kein Amateur sei! Alle Einwände des MSVM, dass das Mitglied Lutz im Volksbad als städtischer Verwaltungsbeamter tätig ist und deshalb doch kein Berufsschwimmer sei, blieben unberücksichtigt und die Trophäe wurde dem MSVM aberkannt.

Eine erfreuliche Begebenheit war im Jahre 1908 die Gründung der Damenabteilung, die eine weitere Belebung des Vereins- und Übungsbetriebs und auch gesellschaftliche Zusammenkünfte unserer Mitglieder mit sich brachte. Aber auch erste Gewitterwolken bescherten uns diese Jahre. Innerhalb des Vereins bildeten sich zwei Gruppen, von denen die eine mehr die sportliche und die andere mehr die volkstümliche Seite des Schwimmens vertrat. Die größer werdenden Differenzen führten schließlich dazu, dass im Jahre 1909 die "Volkstümlichen" austraten und einen eigenen Verein gründeten. Wie aber jeder Münchner Schwimmer weiß, sind die VfvSler bald wieder eifrige Sportschwimmer geworden, die unseren Wettkämpfern im Laufe der Jahre so manche Niederlage bescherten.


Nach dem Austritt der "Volkstümlichen" waren im MSVM die Männer wieder unter sich, da die Abtrünnigen auch die Damenmannschaft mitgenommen hatten. Noch im gleichen Jahr bildete sich aber erneut eine Damenmannschaft und diese hat sich dankenswerterweise bis heute bewährt.

Erwähnenswert aus damaliger Zeit ist noch, dass der MSVM im Jahre 1912 in das Vereinsregister eingetragen wurde und dass 1913 das 10-jährige Stiftungsfest mit einem nationalen Schwimmfest gefeiert wurde. Die Sieger in den einzelnen Wettbewerben erhielten schöne Ehrenpreise, darunter einen Goldenen Pokal, gestiftet von König Ludwig III. Unser Verein konnte in den Wettkämpfen zwar sechsmal den Sieger stellen, doch den Königspokal leider nicht erringen

 

Im Frühjahr 1925 traf den MSVM in seiner Vereinsgeschichte wohl der schwerste Schlag. Die erfreulichen Erfolge der letzten Jahre führten leider auch zu Unstimmigkeiten unter den Mitgliedern mit dem Resultat, dass nach der Generalversammlung 60 Personen - mit wenigen Ausnahmen die gesamte Sportmannschaft - zum Schwimmverein 1899 übertrat. Doch der Eifer der Aktiven brachte es zuwege, dass der MSVM schon 1926 wieder eine Wasserballmannschaft in der Ligaklasse stellen konnte, die bei einem größeren Turnier in der Schweiz Sieger wurde. Im Jahre 1927 kam eine Gruppe von den Wasserfreunden zu unserem Verein und machte ihn in jeder Beziehung wieder konkurrenzfähig.

Das 25-jährige Jubiläum im Jahre 1928 wurde mit einigen Schwimmfesten eingeleitet. Im Sommer folgte die siegreiche Teilnahme an einem internationalen Wasserballturnier in der Schweiz. Dabei siegte unsere 1. Mannschaft in der Liga und die 2. Mannschaft in der A-Klasse. In den folgenden Jahren war besonders unsere Jugendmannschaft sehr aktiv und konnte sich zu Besten in Bayern qualifizieren.

Zum 35-jährigen Jubiläum veranstaltete der MSVM im Rahmen des Münchner Festsommers ein großes Internationales Schwimmfest mit den Besten aus den USA, Schweden, Frankreich, England und Deutschland.

Auch der von uns ausgerichtete Länderkampf 1939 zwischen Frankreich und Deutschland gehörten zu den schwimmsportlichen Höhepunkten, nicht nur für den Verein sondern auch für München und Bayern.

Nach Kriegsende durfte der Verein im Gegensatz zum Jahr 1918 seine Tätigkeit nicht wieder aufnehmen, denn die amerikanische Besatzungsmacht hat Vereine jeglicher Art verboten. Erst im Oktober 1945 erhielten die Münchner Schwimmer die Erlaubnis, zugunsten des BRK eine Werbeveranstaltung durchzuführen. Das war für viele unserer Mitglieder die erste Gelegenheit zu einem Wiedersehen, doch leider musste man feststellen das 29 unsere Schwimmer im Krieg ihr Leben gelassen hatten und nicht mehr zu uns zurückkehrten.

Im Frühjahr 1946 erhielten wir dann eine "vorläufige Genehmigung" zur Abhaltung des Donnerstag Übungsbetrieb von der Militärregierung. Aus sportlicher Sicht ist zu erwähnen, das der MSV beim Münchner Großstaffeltag erstmals die Bruststaffel gewann und unsere Wasserballer Bayrischer und süddeutscher Meister wurden.

Im Jahre 1947 wurde der Männer-Schwimm-Verein endlich offiziell lizensiert. Im gleichen Jahr konnte der MSV erneut die süddeutsche Wasserball-Meisterschaft gewinnen und einen ehrenvollen 3.Platz bei der "Deutschen" in Barmen erringen. Bei den im Volksbad ausgerichteten Süddeutschen Meisterschaften im Schwimmen glänzte Fritz Braun durch ausgezeichnete Leistungen.

Im Laufe der Jahre baute der MSVM seine Arbeit im Schwimmsport immer weiter aus und prägte den Schwimmsport national und auch international mit, hierzu ein paar Daten, denn eine Liste der Rekorde der einzelnen Mitglieder würde den Rahmen sprengen.

Anfang der 60er Jahre stellten sich die ersten großen Erfolge aus der Jugend- und Schülerarbeit ein, 1962 wurde die Jugendmannschaft des MSVM in Bayern Sieger in der MWJ. Die Siegerzeit bedeutete gleichzeitig den 2. Platz im DSV. Auf Jahre hin waren die Mitglieder dieser Mannschaft mit Horst Riedel, Helmut Schmit, Eckhart und Wolfram Haensel, Wolfgang Raffay, Wolf Ohrner, Werner Mäusl, Manfred Lechner, Wolfgang Schöffel, Klaus Walcher, Willy Altenburg und Lutz Lunzer die Leistungsträger des Vereins.

Eckhart, Wolfram, Tillman und Heinrich Haensel (4 x 50 m Staffel)

1969 waren Vorstandsmitglieder und Trainer des MSVM und des VfvS der Auffassung, dass es auch im Schwimmsport - ähnlich wie in der Leichtathletik - neuer Organisationsformen bedürfe, um die gegebenen Trainingsmöglichkeiten besser zu nutzen und das Leistungsniveau des Münchner Schwimmsports zu heben. So wurde die SG-München gegründet und schon in der Saison 1969/70 konnte sich diese frischgebackene Mannschaft für die Bundesliga qualifizieren.
In den Jahren 1968-1974 konnten Richard Grünert, Rudi Preusser, Wolfgang Kube, Klaus Eckhof, Thomas Fischer, Ulli Dill, Max Reichenspurner, Ernst Schnell und Herbert Grünert teilweise wiederholt als mehrfache Deutsche Jahrgansmeister von den Titelkämpfen heimkehren. Diese Schwimmer wurden aufgrund ihrer guten Leistungen zu einigen Länderkämpfen berufen.
1977 löste sich diese erfolgreiche Startgemeinschaft auf und die Schwimmer starteten wieder für ihre jeweiligen Heimatvereine.

Durch die Trennung sank das Leistungsniveau zwar ein bisschen ab, aber die Erfolge des MSVM blieben nicht aus, der MSVM hatte immer noch ein starke Jugendmannschaft.
Ende 1986 entschied man sich, einen Münchener Kader ins Leben zu rufen; die besten Nachwuchsschwimmer sollten gemeinsam im sogenannten "München Kader" trainieren.

Die Vereinsführung entschloss sich im Januar 1990, mit dem VfvS erneut eine Start und Trainingsgemeinschaft einzugehen, die große Erfolge gefeiert hat, sich aber leider inzwischen auch wieder aufgelöst hat.

Seit den 80er Jahren sind die Seniorenschwimmer (ab AK25 und älter) eine fest organisierte Mannschaft im MSVM; seit dieser Zeit ist die Masters-Mannschaft des MSVM stetig gewachsen und hat eine Vielzahl an Erfolgen erschwommen. Die Mannschaft wurde zu einem der heute leistungsstärksten deutschen Spitzenteams im Bereich Masterssport.

Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte im neuen Jahrtausend waren die im Jahre 2000 durch den MSV München organisierten und durchgeführten VIII. FINA Weltmeisterschaften der Masters in Schwimmen, Springen, Wasserball, Synchronschwimmen und Freiwasserschwimmen, vom 29. Juli bis 8. August in der Olympia-Schwimmhalle, im Dantebad und an der Ruderregattastrecke Oberschleißheim. Mit über 6.600 Teilnehmern aus 58 Nationen - darunter erstmals auch China, Nigeria und Madagaskar - und sage und schreibe 18.188 Starts verzeichneten die Titelkämpfe einen neuen Teilnehmerrekord und waren damit die bis dahin größte Schwimmsport-Veranstaltung aller Zeiten.Als warm-up und finalen Testlauf nach der zweieinhalbjährigen Planung für die VIII. FINA Weltmeisterschaften der Masters wurde vom 25. bis zum 27. Februar 2000 durch den MSV München in der Münchner Olympiahalle eine weitere Großveranstaltung gestemmt: die 32. Deutschen Meisterschaften „kurze Strecke“ im Schwimmen, die 6. Int. Deutsche Meisterschaft im Synchronschwimmen sowie die 32. Int. Deutsche Meisterschaft im Springen der Masters.




Logos der VIII. FINA Weltmeisterschaften der Masters und der 32. Deutschen Meisterschaften
„kurze Strecke“ im Schwimmen aus dem Jahr 2000

Mit Wirkung vom 01. September 2007 hat sich der MSVM mit fünf Münchner Schwimmvereinen zu einer Trainings- und Startgemeinschaft zusammengeschlossen. Die Vereine Damen-Schwimm-Verein München, Männer-Schwimm-Verein München, Freier Wassersportverein München, Schwimmverein München 1899 und der Erste Münchner Schwimmclub gehören nun der neugegründeten Schwimmstartgemeinschaft SG Stadtwerke München an. Später kam auch noch der VfvS (Verein für volkstümliches Schwimmen) als außerordentliches Mitglied hinzu. 

Seit Anfang 2008 bestreiten auch die Masters des MSV München ihre Wettkämpfe unter dem Dach der Schwimmstartgemeinschaft SG Stadtwerke München.

 Gründungprotokoll und Versammlungsprotokolle aus der Gründerzeit

Rede zum 100‐jährigen Jubiläum

Geschichte des Schwimmens