Helvi Hager -Mutter von Vierlingen- meistert ihre erste Langdistanz nach fast 380 Stunden Vorbereitung
Mit einer beeindruckenden Leistung hat eine Sportlerin des Männer-Schwimm-Vereins München (MSV) am vergangenen Wochenende ihren großen Traum verwirklicht. Beim DATEV Challenge Roth, einem der renommiertesten Langdistanz-Triathlons der Welt, überquerte sie nach 12:46 Stunden glücklich die Ziellinie und darf sich nun Ironman-Finisherin nennen.
Hinter diesem Erfolg steckt ein Jahr konsequenter Vorbereitung. Insgesamt absolvierte sie rund 97 Stunden Lauftraining, 190 Stunden auf dem Rad und 90 Stunden im Wasser – fast 380 Trainingsstunden. Umgerechnet bedeutete das rund 1.100 Laufkilometer, 5.000 Radkilometer und 265 Schwimmkilometer. Wie sie dieses Pensum neben Beruf, Haushalt und der Betreuung ihrer vier Kinder bewältigt hat, kann sie kaum beantworten. „Ich weiß es selbst nicht“, sagt sie rückblickend.
Dabei war Roth der vorläufige Höhepunkt einer beeindruckenden sportlichen Entwicklung. Erst 2023 absolvierte sie ihre erste olympische Triathlon-Distanz in Ingolstadt. Es folgten vier olympische Distanzen, sieben Mitteldistanzen, fünf Marathons sowie zahlreiche Halbmarathons, bevor sie sich nun der Herausforderung über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen stellte.
Für einen ganz besonderen Gänsehautmoment sorgte bereits der Start. Ihre Vierlinge Mark, Mikko, Max und Michelle, die ebenfalls für den MSV aktiv sind, durften gemeinsam mit den Athletinnen und Athleten ins Stadion einlaufen. Ein Erlebnis, das der Familie sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Der sportliche Ehrgeiz scheint dabei bereits auf die nächste Generation überzugehen. Nach dem Zieleinlauf sagte Sohn Mikko, der in diesem Jahr bereits den dritten Platz beim Duathlon in Kaiserwinkl belegte: „Mama, irgendwann gewinne ich das Ding.“
Dass die Langdistanz trotz aller Vorbereitung an die körperlichen Grenzen führte, brachte die frischgebackene Ironman-Finisherin mit ihrem ersten Kommentar in der Masters-WhatsApp-Gruppe humorvoll auf den Punkt: „Die Hölle, aber geschafft – muss mehr trainieren!“
Mit ihrem erfolgreichen Finish in Roth hat die MSV-Sportlerin eindrucksvoll bewiesen, dass sich Disziplin, Ausdauer und Leidenschaft auszahlen – und dass, egal, zu welchem Zeitpunkt im Leben, selbst scheinbar unmögliche Ziele erreichbar werden.
By Kathrin Gliesche




