Rosenheim – Am Wochenende des 4. und 5. Juli traf sich in Rosenheim der schnellste Schwimmnachwuchs Oberbayerns zu den oberbayerischen Jahrgangsmeisterschaften. Startberechtigt war nur, wer zuvor die anspruchsvollen Pflichtzeiten unterboten hatte – entsprechend hoch war das sportliche Niveau. Umso größer war die Freude beim Männer-Schwimm-Verein München, denn neben den Leistungssportlern konnten sich auch zahlreiche Schwimmerinnen und Schwimmer aus den LOB-Gruppen (leistungsorientierter Breitensport) für diesen Saisonhöhepunkt qualifizieren.
Für ein perfektes Wettkampfdebüt sorgte Sarah Wrasse (Jahrgang 2017). Bei ihren ersten oberbayerischen Jahrgangsmeisterschaften gewann sie bei jedem ihrer sechs Starts eine Medaille. Besonders auf den Sprintstrecken war sie nicht zu schlagen: Gold holte sie über 50 Meter Schmetterling mit einer neuen Bestzeit, 50 Meter Freistil und 50 Meter Rücken. Silber gab es über 50 und 100 Meter Brust sowie über 100 Meter Rücken.

Ebenfalls glänzend präsentierte sich Annika Faber (2017). Sie sicherte sich die Titel über 100 und 200 Meter Freistil, knackte dabei die 3min Marke bei 200F auf Langbahn und ergänzte ihre Bilanz mit Silber über 50 Meter Freistil sowie 200 Meter Rücken. In 200 Rücken konnte sie ihre Bestzeit aus dem April sogar um 16s verbessern.

Auch die älteren Schwestern der beiden standen den jüngeren Talenten kaum nach. Lina Wrasse (2015) gewann insgesamt vier Medaillen und durfte sich über die Titel der oberbayerischen Jahrgangsmeisterin über 100 Meter Freistil und 200 Meter Lagen freuen. Emma Faber (2014) überzeugte mit drei Medaillen bei drei Starts. Besonders überraschend und deshalb umso erfreulicher war ihr Sieg über 200 Meter Rücken – eigentlich gilt sie als Schmetterlingsspezialistin.

Bei den Jungen sorgte Quirin Kroupa (2012) für Goldmomente. Erst seit rund einem Jahr trainiert er leistungsorientiert bei der SG Stadtwerke München – und gewann prompt die Titel über 100 Meter Rücken sowie 400 Meter Freistil.
Victorine Martin (2013) knüpfte nahtlos an ihre starken Leistungen bei den Deutschen Freiwassermeisterschaften vom vergangenen Wochenende an. Nach einer Top-Ten-Platzierung im Freiwasser sammelte sie in Rosenheim dreimal Silber und einmal Bronze. Damit endete auch für sie jeder Start auf dem Siegerpodest.
Alma Nadel (2016) bewies ihr Sprinttalent mit Silber über 50 Meter Schmetterling und 50 Meter Freistil. Auch bei ihren weiteren vier Starts platzierte sie sich jeweils unter den besten Zehn.


Leonie Haidacher (2016) hatte sich gleich für sechs Rennen qualifiziert und erreichte dabei vier Top-Ten-Platzierungen.
Eine weitere Silbermedaille steuerte Greta Keller (2014) über 100 Meter Rücken bei. Bereits eine Woche zuvor hatte sie mit Rang vier über 2,5 Kilometer bei den Deutschen Freiwassermeisterschaften auf sich aufmerksam gemacht.
Auch ihre Schwester Emma Keller (2011), die als Breitensportlerin an den Start ging, zeigte starke Leistungen. Sie qualifizierte sich für alle drei Bruststrecken sowie 50 Meter Freistil und belegte über 200 Meter Brust einen hervorragenden siebten Platz.
Die Rückenspezialisten überzeugten ebenso: Marie Pummer (2017) startete über 100 und 200 Meter Rücken. Auch die Denk-Brüder waren wieder am Werk: Lukas Denk (2017) qualifizierte sich über 100 Meter Rücken, während sein Bruder Thomas Michael Denk (2012) über 100 und 200 Meter Rücken jeweils den zehnten Platz belegte. Besonders erfreulich: Über 200 Meter Rücken blieb er mit 2:58,35 Minuten erstmals unter der Drei-Minuten-Marke.
Sophie Kalteier (2013) erfüllte gleich fünf Pflichtzeiten und startete über alle Bruststrecken sowie 100 Meter Rücken und 50 Meter Freistil. Mit Platz elf von 23 Teilnehmerinnen über 50 Meter Brust verpasste sie die Top Ten nur knapp.
Auch Felix Yanhan Höhn (2015) qualifizierte sich für fünf Rennen und erreichte über 50 Meter Brust einen starken siebten Platz.
Timo Haidacher (2013) bewies große Konstanz: Bei allen vier Starts landete er unter den besten Zehn. Besonders überzeugte er über 50 Meter Freistil, wo er in 31,03 Sekunden Rang sieben belegte.
Einen bemerkenswerten Leistungssprung zeigte in dieser Saison Alexander Weinmann (2012). Bei vier Starts erreichte er unter anderem zwei achte Plätze über 100 Meter Schmetterling und 200 Meter Brust.
Sergej Birkle (2011) qualifizierte sich über 50 Meter Brust, 50 Meter Rücken und 100 Meter Brust. Auf seiner letzten Strecke steigerte er sich nochmals deutlich und schlug in starken 1:27,15 Minuten an.
Als ältester und schnellster Starter der Mannschaft setzte Theo Hübler (2010) über 100 Meter Freistil mit 1:04,33 Minuten ein Ausrufezeichen.
Der jüngste Teilnehmer der SG war AbdurRahman Atteya (2017), der über 50 Meter Brust startete. Philipp Winter (2014) belegte über die doppelte Distanz, 100 Meter Brust, einen hervorragenden siebten Platz. Melina Sommer (2014) qualifizierte sich über 50 Meter Freistil und 50 Meter Rücken.
Auch zahlreiche ehemalige MSV-Schwimmerinnen und -Schwimmer, die inzwischen bei der SG Stadtwerke München starten, waren in Rosenheim erfolgreich vertreten. Emma Scavazzon (2014) nutzte den Wettkampf nach ihren erfolgreichen Deutschen Mehrkampfmeisterschaften, um mehrere Nebenstrecken auszuprobieren. Victoria Reichelt (2013) absolvierte fünf Starts und erreichte über 200 Meter Freistil einen starken achten Platz. Zoe Bernhard (2015) stellte sich sogar sieben Rennen und wurde über 200 Meter Lagen ausgezeichnete Fünfte.
Ein solches Wettkampfwochenende wäre jedoch ohne zahlreiche ehrenamtliche Helfer nicht möglich gewesen. Ehrenvorsitzender Klaus Huber betreute an beiden Tagen die Computer der Zeitmessanlage. Claudia Keller war als Zeitnehmerin im Einsatz, Lars Haidacher als Startordner, Tim Faber als Wenderichter und Cornelia Reichelt als Zeitnehmer-Obfrau.
Auch den Trainern André Wrasse, Monika Faber und Anton Roschkow gilt ein großer Dank. Unermüdlich standen sie am Beckenrand, haben angefeuert, gestoppt, Tipps gegeben und natürlich auch dafür gesorgt, dass die Konzentration da blieb und was Gesundes gegessen wurde.
Die oberbayerischen Jahrgangsmeisterschaften waren damit nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein eindrucksvoller Beleg für die hervorragende Nachwuchsarbeit des MSV München. Zahlreiche Qualifikanten, Medaillen, persönliche Bestleistungen und viele Top-Ten-Platzierungen zeigen, dass sowohl Leistungs- als auch Breitensport gemeinsam den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft legen.
by Kathrin Gliesche



